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Quo vadis, kommerzielle Papageienberatung in Deutschland?

Grundlagen der Papageienhaltung Oberstes Ziel eines jeden Papageienberaters sollte es sein, zum Wohle des Tiers beizutragen, indem er den Halter in den Punkten berät und schult, in denen er Defizite erkennt, siehe Grafik. Dies setzt Grundkenntnisse im Punkt Gesundheit, gute Kenntnisse über die Biologie der Vögel und umfangreiche Kenntnisse in der angewandten Verhaltensanalyse voraus.
Zu helfen oder wenigstens nicht zu schaden, das sollte das oberste Gebot für jeden Berater sein!

Ich beobachte die Angebote und Äußerungen der in Deutschland tätigen kommerziellen Berater schon lange und was ich sehe, finde ich erschütternd:
Für sich aggressiv verhaltende Papageien wird nicht nur das Stutzen von Papageien zu Therapiezwecken empfohlen, damit der Vogel den Halter nicht mehr anfliegen kann, nein, es geht noch schlimmer: sogar Kastration als Therapie gegen sexuell bedingtes Aggressionsverhalten wird empfohlen. Beides ist nicht nur unethisch, sondern im Falle von Kastration auch ein risikoreicher operativer Eingriff, der u.U. noch nicht einmal erfolgreich gegen besagtes natürliches Verhalten hilft. Wenn eine solche Empfehlung kein Armutszeugnis für einen professionellen Berater ist! Er sollte ganz andere Möglichkeiten kennen und dem Halter vermitteln können, die dem Papagei keinen Schaden zufügen.
Es gibt auch Berater, die keinerlei Vor- und Ausbildung nachweisen können, die sie auch nur annähernd als Papageienberater qualifizieren würde. Es ist ja nicht schwer, dem recht unerfahrenen Papageienbesitzer etwas zu erzählen, was für ihn neu ist.
Andere wiederum verlangen Stundenhonorare, für die ein Durchschnittsverdiener 10 Stunden arbeiten muss.

Das ist noch nicht alles: Die Papageienberater sind sich untereinander nicht grün, der Kampf um den Kunden und um die eigene Bekanntheit wird mit allen Mitteln geführt, mitunter auch mit solchen, die unter die Gürtellinie zielen.

Wenn ich all das lese und höre, habe ich so meine Zweifel, ob es eigentlich noch darum geht,

oder treten diese Ziele zu Gunsten des wirtschaftlichen Erfolgs des Beraters zurück?

Natürlich muss jede professionelle Beratung bezahlt werden, das ist ganz klar. Nur leider gibt es kein Berufsbild "Papageienberater", auch keine berufsständische Organisation in Deutschland, die Qualitäts-, Ausbildungs- und ethische Standards festlegt. Jeder darf sich Papageienberater oder Papageienverhaltensberater nennen und jeder darf die Honorare nehmen, die der Markt hergibt.

Sie als ratsuchender Halter haben die Wahl, entweder viel Geld auf den Tisch zu legen, eventuell unrichtige oder unethische Empfehlungen zu bekommen oder selbst zu lernen, welchen Naturgesetzen das Verhalten und Lernen ihres Vogels folgt. So schwer ist das nicht. Bücher und Artikel im Internet, die von qualifizierten Fachleuten geschrieben wurden, gibt es durchaus. Unser Partner, die Facebook-Gruppe Papageienvermittlung & Beratung ist auch sehr um gute Information zu allen Fragen rund um die Papageienhaltung bemüht und berät natürlich kostenlos.

Wenn Sie dennoch einen kommerziellen Berater in Anspruch nehmen wollen: Der Artikel "Die Top 10 Verhaltensweisen der Tiertrainingsexperten" ist hilfreich bei der Beurteilung der Qualifikation des ins Auge gefassten Beraters - für ihn/sie muss das Wohlergehen des Tiers immer an erster Stelle stehen!


 


Geschrieben von Dagmar Heidebluth
Veröffentlicht: 11.11.2016, letzte Änderung: 23.07.2017