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Richtige Beleuchtung für Vögel

Gutes Licht haben Vögel natürlich in einer Außenvoliere. In geschlossenen Räumen reicht das für Menschen zufriedenstellende Licht jedoch für Vögel nicht aus und wir müssen ihnen dort zusätzliche Lichtquellen zur Verfügung stellen. In dem Artikel Beleuchtung in der Vogelhaltung (PDF-Datei) von Dr. Ingo Kober und Manuela Becker wird erklärt, worauf bei einer guten Beleuchtung zu achten ist. Hier ein kurzer Überblick:

Helligkeit
Die meisten Vögel sind tagaktiv, das heißt, ihr Tag beginnt mit der Morgendämmerung und zur Abenddämmerung suchen sie ihre Schlafplätze auf. Ihre Aktivität ist also von der Helligkeit abhängig. In geschlossenen Räumen wird ohne Zusatzbeleuchtung zumeist nur eine Helligkeit erreicht, die der Dämmerung im Freien bei klarem Himmel entspricht. Uns Menschen fällt dies meistens gar nicht auf, da uns Kontraste viel mehr auffallen als der tatsächliche Helligkeitswert. Eine Kerze in der Nacht erscheint uns sehr hell, bei Tageslicht sehen wir die Flamme kaum. Der Fotoapparat ist ein gutes Hilfsmittel, um eine für Vögel angemessene Helligkeit abzuschätzen, siehe Beispiel in der verlinkten PDF-Datei.

UV-Licht
wird in UV-A (380–315 nm)- und UV-B (315–280 nm)-Anteil aufgeteilt, beide sind aus unterschiedlichen Gründen wichtig.
Da das Vogelauge vier Farbrezeptoren besitzt, können sie auch Farben im UV-Bereich wahrnehmen, was uns Menschen nicht möglich ist. Sie können dadurch z. B. Männchen und Weibchen unterscheiden, die für uns völlig gleich ausschauen, sie können dadurch auch den Reifegrad von vielen Beeren erkennen, sie sehen ihre Welt in Farben, die uns verborgen bleiben. Hierfür ist der UV-A-Anteil des Lichts maßgebend.

Der UV-B-Anteil wird von allen Landwirbeltieren zur Synthese von Vitamin D benötigt. Ein Mangel an Vitamin D äußert sich u.a. in schlechtem Gefiederzustand und schwächt das Immunsystem.
Weitere Informationen über Vitamin D, seine Aufgaben und wie eine ausreichende Versorgung des Vogels sichergestellt werden kann, finden Sie in dem Artikel "Ein Vitamin mit Sonderrolle"

Flackerfreie Beleuchtung
eine normale Leuchtstofflampe ohne elektronisches Vorschaltgerät (EVG) flackert mit einer Frequenz von 100 Hertz. Wir nehmen dieses Flackern nicht wahr und sehen ein kontinuierliches Licht, weil unser Auge zu träge ist. Ein Vogelauge hingegen löst Frequenzen bis zu ca. 150 Hertz in Einzelbilder auf. Aus diesem Grunde müssen alle Entladungslampen im Vogelbereich mit EVG betrieben werden.

Lichtfarbe und Farbwiedergabe
Für die Grundausleuchtung des Vogelraums sollten Lichtfarben zwischen 4000 und 5500 K gewählt werden sowie ein RA-Wert über 80 (natürliche Farbwiedergabe).

Ausführliche Informationen
und Tipps zur praktischen Umsetzung finden Sie im Artikel Beleuchtung in der Vogelhaltung (PDF-Datei) von Dr. Ingo Kober und Manuela Becker.

Wenn Sie Fragen dazu haben, stellen Sie diese am besten in der Facebook-Gruppe Papageienvermittlung & Beratungoder in den Vogelforen unter Vogelzubehör.


Denjenigen, die mehr darüber wissen möchten, wie Vögel sehen, möchte ich folgende Artikel empfehlen:
Vögel sehen die Welt bunter von Timothy H. Goldsmith, erschienen in Spektrum der Wissenschaft, Januar 2007 - ein populärwissenschaftlicher Artikel, der für 1,49 € erworben werden kann.

Sehleistung des Vogelauges, Dissertation von Dr. Kristin Steigerwald


 


Veröffentlicht: 09.02.2014, letzte Änderung: 15.08.2015