Mit Papageien leben

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Fachartikel Über Verhalten und Training, Übersicht

Die Fachartikel im ersten Abschnitt vermitteln einen Überblick, welchen Gesetzmäßigkeiten das Verhalten und Lernen der Tiere folgt, wie man es mit positiven Mitteln, ganz ohne Zwang und Strafe, beeinflussen, ändern und neue Verhaltensweisen lehren kann und wie eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Papagei und Halter entsteht.

Die Fachartikel im zweiten Abschnitt richten sich in erster Linie an diejenigen, die mit ihren Vögeln gezielt trainieren, ihnen etwas Neues beibringen oder Problemverhalten korrigieren möchten. Sie setzen zum Teil Vorkenntnisse über Verhalten und Training und in der Fachterminologie voraus und richten sich diejenigen, die sich intensiver mit Verhalten und Training beschäftigen möchten.

Eine Einführung in die humane Verhaltensänderung und in das Papageientraining auf wissenschaftlicher Basis bietet dir mein PDF-Buch "Warum tut mein Papagei das?", in dem alles für Papageienhalter Wichtige zum Thema Verhalten von Grund auf erklärt wird:

Warum tut mein Papagei das?

 

Für sich selber zu sprechen ist schon schwer genug, wie also kann man für eine andere Art sprechen? Die allgemeinen Gesetze des Lernens und Verhaltens aus dem Fachgebiet der Verhaltensanalyse bieten eine klare Sprache, um über bewährte Methoden zu sprechen, die für alle Tiere Gültigkeit haben. Mit zunehmender Bekanntheit und Anwendung der angewandten Verhaltensanalyse als Lehrmethode hat sich die Lebensqualität der Papageien in Gefangenschaft in den letzten Jahren sprunghaft verbessert. Auch wenn sie es nicht in Worte fassen können, profitieren alle Papageien davon, wenn Halter diese zehn Punkte über Verhalten kennen.
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"Positive Verstärkung fördert das gegenseitige Vertrauen beim Vogel und beim Trainer"
Ein Fotobeicht. S. Friedman trainiert einen neunjährigen, nicht zahmen Grünflügelara, auf die Hand zu steigen, sich aus der Voliere tragen zu lassen und auf die Waage zu steigen. Hier wird sehr schön gezeigt, wie genau auf die Körpersprache des Vogels geachtet wird und in welch kleinen Schritten vorgegangen wird, um das Zielverhalten zu erreichen.
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"Ein vertrauensvolles Verhältnis ist der Schlüssel zur erfolgreichen Gemeinschaft mit Tieren." Wer hat diese Perle der Weisheit nicht schon gehört? Dies klingt vernünftig, sogar hilfreich. Aber ist es das wirklich? Was bedeutet ein vertrauensvolles Verhältnis zu einem Papagei? Was sollte jemand tun, um ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen? Ist es jemals zu spät dazu und kann ein zerbrochenes Vertrauensverhältnis wiederhergestellt werden?
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Hinter den Buchstaben, die das englische Wort für Papagei - PARROT - ergeben, verbergen sich sechs Kernprinzipien des effektiven und humanen Verhaltensmanagements: Power, Approximations, Reinforcement, Repetition, Observable Behavior und Teaching Opportunities (Berechtigung, Annäherungen, Verstärkung, Wiederholung, beobachtbares Verhalten und Möglichkeiten zu lehren). Diese Kernprinzipien gelten für die Arbeit und den Umgang mit allen Tierarten. Das Verstehen dieser Prinzipien und das Arrangieren der Umgebung sodass sie sich darin widerspiegeln, bietet Tieren die bestmögliche Chance, kein Problemverhalten zu entwickeln und lebenslang eine gute Beziehung zu ihrer Bezugsperson beizubehalten.
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"Beißen gehört dazu, wenn man einen Papagei als Haustier hat." Klingt das vertraut? Sollte es eigentlich. Es ist eine gängige Meinung in Verbindung mit der Haltung von Papageien. Nach meinem Verständnis ist jedoch das Gegenteil richtig. Ein Papageienhalter sollte danach streben, niemals gebissen zu werden. Dies ist eine ziemlich kühne Aussage zu einem so weit verbreiteten Problem. Tatsache ist, dass Beißen eins der Dinge ist, die Papageien in Gefangenschaft lernen und nicht etwas, das normalerweise in freier Wildbahn zu sehen ist. Nein, sie beißen sich in freier Wildbahn nicht untereinander, zumindest nicht so heftig, dass ein Papagei blutet. 
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Wenn Halter von Heimvögeln nach Antworten für komplizierte Verhaltensprobleme suchen, taucht oft der Begriff Höhendominanz auf. Was hat es mit der Höhendominanz auf sich, dass sie als Ursprung so vieler Verhaltensauffälligkeiten von Papageien verkauft wird? "Lassen Sie den Papagei nicht über Augenhöhe kommen, sonst fühlt er sich dominant über Sie und wird beißen." Was hat es mit diesem Konzept auf sich, das für Menschen funktioniert? Funktioniert es auch für Papageien? 
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In der Psychologie ist die Unterscheidung zwischen VERHALTEN und KONSTRUKTEN (construct = Gedankengebäude) wichtig. In diesem Zusammenhang beschreibt ein Verhalten WAS ein Vogel tut und es wird definiert als etwas, das beobachtet und gemessen werden kann. Wie oft ein Vogel seine Sitzstange verlässt können wir sehen und zählen und wir können hören und messen wie lange ein Vogel schreit. Im Gegensatz dazu ist ein Konstrukt eine Idee oder eine Theorie über den mentalen Prozess in einem Individuum, die erklärt WIE oder WARUM sich das Individuum so verhält, wie es dies tut. Ein Konstrukt als solches kann nicht direkt beobachtet oder gemessen werden.
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Der Themenkreis "Strafe" ist heutzutage ein emotionales Minenfeld von Missverständnissen, guten Absichten und allgemeiner Verwirrung geworden. Und dies ist die gute Nachricht. Nur widerwillig würden wir in eine Zeit zurückkehren wollen, in der die Anwendung von Strafe nicht hinterfragt wurde und die üblichste, wenn nicht sogar einzige Strategie war, um unerwünschtes Verhalten zu verändern. [...] Allerdings wurden die negativen Folgen von gewissen Strafmassnahmen wissenschaftlich erforscht und gründlich dokumentiert. Diese Studien decken überzeugende Informationen über die Schäden von Strafmassnahmen auf, die jede Papageienbetreuerin kennen sollte.
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Die Grundlagen für Befähigung und Vertrauen.
Die bedauerliche Zunahme an Papageien in temporären Aufnahmestationen bedeutet eine besondere Herausforderung für diejenigen, die dort arbeiten. Diese Herausforderung ist zum Teil insbesondere deshalb so belastend, weil wir relativ wenig mit der allgemeinen Natur von Papageien vertraut sind. Wenn wir unsere Erwartungen an das Verhalten von Papageien auf unsere großen Erfahrungen mit Hunden und Katzen stützen, führt dies oft zu einem aufdringlichen oder energischem Umgang, der vollkommen versagt, wenn man dem Papagei helfen möchte, sich einzugewöhnen und sich bei den Menschen in seiner Umgebung wohlzufühlen.
Dieser Artikel ist auch gut geeignet für Urlaubspfleger/innen und andere, die plötzlich unvorbereitet einen Papagei pflegen müssen
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Ich hatte einen Psychologie-Professor, welcher den Unterricht immer mit Kopfschütteln und dem Spruch: "Verhalten ist nichts anderes als komplex" begann. Ehrlichere Worte sind nie gesprochen worden und wenn es um das komplexe Verhalten unserer Papageien geht, haben wir definitiv alle Hände voll zu tun. Bei ihrem Potential für Federrupfen, Zupfen, Zerkleinern und Zerstören ... ihren ständigen Schreien, Kreischen und Rufen ... Beißen, Zwicken, Nagen und Kratzen nicht zu vergessen, bin ich mir nie ganz sicher, an wen ich mich hilfesuchend wenden soll, Dr. Skinner oder Dr. Seuss!
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Das professionelle Tiertraining hat in den letzten Jahren großartige Veränderungen durchlaufen. Trainingsmethoden, die Zwangsmittel verwenden, machen Platz für freundlichere und sanftere Ansätze, welche die Tiere befähigen, gern an unseren Shows teilzunehmen und die gewünschten Verhalten zu zeigen. In der vorliegenden Arbeit werden verschiedene Schlüsselkomponenten untersucht, die die Basis für erfolgreiche Methoden des Tiertrainings bilden. (Anmerkung: Es geht um friedliches und erfolgreiches Zusammenleben zwischen Mensch und Vogel, um gegenseitiges Verstehen und Vertrauen. Daher ist der Artikel für jeden Halter interessant.)
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Anmerkung: Dieser Artikel richtet sich eigentlich an Tiertrainer und was für Profis richtig ist, kann für private Halter nicht falsch sein! Zitat daraus:"Ein Könner wird nicht in die persönliche Distanzzone des Tiers eindringen, bevor er nicht durch die Körpersprache des Tiers dazu eingeladen wird." Werden Sie ein Könner, wenigstens ein kleiner :-)
Aus dem Inhalt:
1. Verpflichtet sich zur Anwendung der am meisten positiven, am wenigsten intrusiven Trainingsmethoden
3. Reagiert auf das Verhalten des Tiers mit ständigem Anpassen seines eigenen Tuns
4. Baut ein großes Vertrauenskonto auf
6. Übernimmt Verantwortung für das Verhalten seiner Tiere
10. Beweist Verpflichtung zum Tierwohl
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Anmerkung: In diesem Artikel geht es um den aus ethischer und humaner Sichtweise richtigen Umgang mit unseren Tieren. Aus Unkenntnis, manchmal auch aus Bequemlichkeit, schaden wir oftmals mehr als wir helfen...
Grundsatz bei der Behandlung des Kranken ist, stets zweierlei im Auge haben: helfen oder wenigstens nicht schaden (Hippokrates)
Von den vielen wichtigen Facetten, die in Hippokrates' einfachem Ideal zum Ausdruck kommen, ist ihre Allgemeingültigkeit ganz sicher eine der wichtigsten. Dieses ethische Prinzip ist in der Tat für Betreuungspersonen ebenso anwendbar wie für Ärzte; und für Papageien ebenso wie für Menschen. So eindeutig wie der Gegensatz zwischen helfen und schaden auf den ersten Blick erscheinen mag, kann er jedoch zu einem kompliziertes Thema werden, wenn es um die Verfahren zur Verhaltensänderung bei Tieren geht.
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"Die Kontinuität des Verhaltens bedeutet, sich einen Organismus so vorzustellen, dass er immer etwas tut."
Anmerkung: Mary Hunter äußert ihre Gedanken zu dem obigen Zitat und nennt u.a. Probleme, die entstehen können, wenn man das Ausbleiben von unerwünschten Verhaltensweisen verstärkt, denn das Tier tut in jedem Augenblick etwas! Aber lesen Sie selbst...
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Titel: Tse, nein, oje: Die Denkweise des fehlerfreien Lernens ebnet den Weg zur Verstärkung.
"Gelingt es nicht auf Anhieb, probiere weiter, bis es klappt", solche Sprüche kennen wir alle. Leider führt die Herangehensweise mit Versuch und Irrtum zumeist zu niedrigen Verstärkungsraten, die unerwünschte Konsequenzen mit sich bringen. Der Begriff fehlerfreies Lernen beschreibt eine Lehrmethode, bei der unrichtige Reaktionen durch sorgfältiges Arrangement der Lernbedingungen begrenzt werden.
Anmerkung: Dieser fachlich etwas anspruchsvolle Artikel eignet sich für Trainer, Berater und ambitionierte Halter.
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Marian Kruse und Keller Breland gehörten zu den ersten Trainern, die vor rund 70 Jahren Klicker verwendeten. Seitdem ist dieser Krachmacher zu einem populären Werkzeug bei Trainern auf der ganzen Welt geworden. Wenn er richtig eingesetzt wird, ist der Klicker ein präziser Marker, der zu klarer Kommunikation hinsichtlich der Kontingenz zwischen einem Verhalten und seinen Konsequenzen führt. Jedoch missbrauchen einige Trainer den Klicker, indem sie ihn planlos und wiederholt ohne zugehörige Lieferung eines primären oder anderen Backup-Verstärkers nach jedem Klick betätigen. Wir nennen dieses Vorgehen Akkord-Klicken.
Anmerkung: Dieser Artikel ist für fortgeschrittene Anwender des Trainings mittels positiver Verstärkung gedacht.
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Die Arbeitsblätter sind nützliche Hilfsmittel, wenn man gezielt mit seinen Tieren arbeiten will, um neue Verhalten zu lehren oder bestehende Problemverhalten zu korrigieren.
Weitere Informationen und Download-Links finden Sie hier.
Anmerkung: Dieser Artikel ist für Halter gedacht, die bereits theoretische und praktische Grundkenntnisse über Verhalten und Training haben.
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Mit PORTL lernst du Verhalten zu formen unter ausschliesslicher Verwendung von Verstärkern und Gestaltung der Umwelt. Die Person, die den Lehrer spielt darf keine verbalen Anweisungen geben, nichts vormachen, gestikulieren oder Hinweise geben um den Schüler zu leiten. Aber das Lernen ist nicht dem Zufall oder wahllosem Herumprobieren überlassen. Durch das Spiel lernen die Spieler wie man Verhalten in grundlegende Fähigkeiten und kleine Lernschritte zerteilt, den Fortschritt des Schülers während des Spiels einschätzt und den Trainingsplan entsprechend verändert.
Weiterlesen auf www.clickertrainingpferde.com

Susan G. Friedman, Ph.D.

Susan G. Friedman, Ph.D.
Professor Emeritus,
Department of Psychology, Utah State University

Sie leistete Pionierarbeit darin, die Angewandte Verhaltensanalyse (Applied Behavior Analysis - ABA) auf Tiere zu übertragen und für sie die gleiche humane Philosophie und die wissenschaftlich gesicherten Lehrmethoden anzuwenden, die für menschliche Lerner so effektiv sind.
Sie tritt dafür ein, Verhaltensänderungen bei Tieren nicht durch Zwang herbeizuführen sondern durch Mittel, die für das Tier angenehm sind. Dazu gehören Veränderungen der Umwelt, die das erwünschte Verhalten erleichtern und Gabe von Verstärkern, die das erwünschte Verhalten lohnend machen. So machen Training und Lernen Spaß und schaffen gegenseitiges Vertrauen zwischen Trainer und Tier.
Weitere Artikel von Susan G. Friedman, Ph.D., zum Teil auch in deutscher Übersetzung, finden Sie auf ihrer Homepage www.behaviorworks.org

 

Steve Martin

Steve Martin
ist einer der bekanntesten Tiertrainer weltweit
und gehört zu den Pionieren
des Trainings mittels positiver Verstärkung.

Steve Martin ist seit mehr als 45 Jahren Papageientrainer und seit über 40 Jahren Falkner. Er ist Gründer der IAATE (International Association of Avian Trainers and Educators - Internationale Vereinigung der Vogeltrainer und -ausbilder) und ist als professioneller Vogeltrainer (CPBT-KA) durch das International Avian Trainers Certification Board zertifiziert. Ferner ist er einer der Trustees des World Parrot Trust.
Sein seit 35 Jahren bestehendes Unternehmen Natural Encounters, Inc. (NEI) produziert und präsentiert nicht nur Flugshows, in denen den Besuchern die Tiere und ihr natürliches Verhalten näher gebracht werden, sondern berät auch weltweit zoologische Einrichtungen in Verhaltensfragen und bildet außerdem Halter und professionelle Tierbetreuer im Verhaltensmanagement und Tiertraining aus. NEI unterstützt verschiedene Arterhaltungsprojekte finanziell. Weitere Informationen finden Sie unter www.naturalencounters.com